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Jazz-Quintett mit Spielwitz und Können

Germering – Mit einem fulminanten Konzert hat sich die Jazzreihe der Stadthalle in die Sommerpause verabschiedet: Das aus Wien angereiste Quintett Travel Image begeisterte das Publikum mit Kompositionen von Joe Zawinul – der vor sechs Jahren im Alter von 75 Jahren verstorbene Wiener Pianist und Synthesizer-Spezialist gilt als einer der einflussreichsten Jazz-Musiker des 20. Jahrhunderts. Zawinuls Kompositionen reichen von den Welthits “Birdland” und “Mercy, Mercy, Mercy” über Swing und Funk bis hin zu Rockjazz – letzteren prägte er mit seiner Gruppe Weather Report in den 1970er- und 80er-Jahren nachhaltig.
Travel Image hat sich eine ganze Palette an Zawinul-Stücken vorgenommen, die vorwiegend aus der Frühzeit dessen Schaffens, Anfang der 1960er-Jahre stammen – der Zeit, als er für Saxofon-Legende Cannonball Adderly komponierte und mit ihm spielte. Dass die Band Zawinul-Musik ohne Piano oder Keyboard, dafür in einer ungewohnten Besetzung präsentiert, wirkt nur auf den ersten Blick befremdend: Clemens Salesny (Saxofon), Paul Dangl (Geige), Peter Rom (Gitarre), Peter Frosch (Schlagzeug) und Raphael Preuschl (Bass-Ukulele) setzen die Vorgaben kongenial um und begeistern mit ihrem Spielwitz und Können.
Dass Preuschl statt eines Kontrabasses die äußerst selten zu hörende Bass-Ukulele wählt, um der Musik das notwendige Fundament zu geben, passt bestens zum Konzept: Auch Zawinul probierte immer neue Sachen aus, gab sich nie mit dem Bewährten zufrieden. Eine zeitlang spielte er gar ein Keyboard mit gespiegelter Tastatur: Die rechte statt der linken Hand musste die Basstöne bedienen. Damit wollte er vermeiden, immer dasselbe zu spielen.
Travel Image spielt zwar keinen der großen Hits des Wieners. Den Musikern gelingt es aber in jedem Augenblick, das freizulegen, was Zawinuls Musik ausmacht: Das sind einerseits flächige Klangbilder, die vor allem von den Nuancen der einzelnen Sounds leben. Andererseits aber auch extrem griffige Melodien und fetzige Grooves, wenn es sich um Funk-Musik aus den 60ern handelt.
Die mitreißendste Nummer des Abends ist allerdings eine, die nicht aus der Feder Zawinuls stammt: Bei Duke Ellingtons “Come Sunday” legt Clemens Salesny ein derart umwerfendes Saxofon-Solo hin, dass der Szenenapplaus gar nicht enden will. Ähnlich ergeht es auch dem jungen Schlagzeuger Peter Frosch bei seinen Solo-Ausflügen: Selten hat man einen Drummer mit derartiger Dynamik und Einfallsreichtum erlebt.
(Klaus Greif, Münchner Merkur Germering, 25.7.2013)

 

Global Trumpet Expressions

(…) Recorded at three concerts in 2010 and 2011, Live (Jazzwerkstatt 06/12; 55:56 ****) showcases the thoughtful improvising of a dark-hued chamber quartet built around veteran German trumpeter Herbert Joos and Austrian vibist Woody Schabata, a co-founder of the Vienna Art Orchestra. Reed player Clemens Salesny, a generation younger, provides spirited dialogue. On Charles Mingus’ “Nostalgia In Times Square” and his own tribute to Thelonious Monk, Joos displays his wide sonic palette: from air-filled whistles to Harmon-muted lyricism. Bassist Raphael Preuschl steers the quartet with graceful power.
(James Hale, Downbeat, April 2013)

 

Salesny/Schabata/Preuschl/Joos – Live

“Zweieinhalb” Generationen treffen auf dieser Liveplatte zusammen: die beiden “Youngsters” aus dem Dunstkreis der Jazzwerkstatt Wien, Altsaxofonist und Bassklarinettist Clemens Salesny sowie Bassist Raphael Preuschl, der Mitt-50er Woody Schabata auf dem Vibrafon und der 1940 in Karlsruhe geborene “Beute-Österreicher” Herbert Joos auf Trompete und Flügelhorn. Doch das ist es natürlich nicht allein, warum diese CD so außergewöhnlich klingt. Vielmehr entwickelt dieses schlagzeuglose Quartett (auf dem Debüt vor rund drei Jahren war Joos noch Gast) einen kammermusikalischen Modern Jazz, der sich so überhaupt nicht in Kategorien pressen lassen will – obwohl oder gerade weil nicht nur Originalkompositionen auf dem Programm stehen, sondern auch “Jazzstandards” von Charles Mingus, “Nostalgia In Times Square”, Keith Jarrett, “In Your Quiet Place”, George Russell, “Stratusphunk”, und natürlich ein Stück von Hans Koller, “Jeanneret”. Dieses Repertoire wird durch die Suggestionskraft der vier Musiker zum Gefäß, in das sie ihre Improvisationskunst fließen lassen. Preuschl hat bis auf ein Stück den Kontrabass beiseitegelassen und liefert stattdessen auf der Bass-Balalaika eine eigentümlich groovende, rhythmische Grundierung, die Schabata mit dem kühlen Klangfarbenspektrum seines Vibrafons erweitert, gleichzeit aber vom hitzigen Interplay zwischen Salesnys virilem Sound auf dem Altsaxofon und dem hochemotionalen Ton von Joos auf dem Flügelhorn gekontert wird. Reif, vital und energiegeladen.
(Martin Laurentius, jazz thing 97, März 2013)

 

Report: WDR3 Jazz Night in Gütersloh

Oliver Weindling (Vortex/ Babel) reports from Gütersloh, where broadcasters WDR3 and Oesterreich 1 have just broadcast their 50th Jazz Night. 
(…) Next was a quartet of Azar Lawrence to which was added two Austrian guests Clemens Salesny and Klemens Pliem. The show was a tribute to John Coltrane with perhaps too much reverence to the original quartet rather than reinterpretations. Fortunately the Austrians pushed the the rhythm section hard, where for me, Benito Gonzalez picked up a string Latin inflection. They seemed be so steeped in the originals that, enjoyable though it was to hear, one never seemed quite to get some of the Americans’ personalities to assert themselves or get fully transported spiritually. (…)
(Oliver Weindling, londonjazznews.com, 5.3.2013)

 

Salesny/Schabata/Preuschl/Joos
Live

JazzWerkstatt Records JWR 06/12
Flügelhornlegende Herbert Joos und Vibraphonist Woody Schabata, Gründungsmitglied des Vienna Art Orchestra, spielen seit gut fünf Jahren mit Raphael Preuschl, Bass-Ukulele, Kontrabass, und Clemens Salesny, Altsaxophon, Bassklarinette – schlagzeuglos. Salesny ist Gründungsmitglied der JazzWerkstatt Wien. Eine Eigenkomposition von Schabata – “St. Marx” – leitet die CD ein, sein “Highlight blues” liefert einen stimmungsvollen Abschluss. Dazwischen: Live-Improvisationen auf höchstem Niveau, zu Steilvorlagen von Hans Koller, Charles Mingus, Keith Jarrett, Salesny und George Russell – und als absoluter Höhepunkt “Ballad for Monk/Song for Thelonious” von Herbert Joos. Aber was heißt bei diesem Quartett schon “absolut”? Vor allem das Zusammenspiel der vier Musiker verdient dieses Attribut. Den hier über 8-minütigen Big Band-Klassiker “Nostalgia in Times Square” von Mingus kann man wieder und wieder hören. Blues? R & B? Mingus schrieb das Stück Ende der 1950er Jahre für “Shadows”, einen 16-mm-Low-Budget-Film von John Cassavetes über Rassenprobleme. Die Version der vier Österreicher entzieht sich jeder vorschnellen Kategorisierung und liefert einen völlig neuen Soundtrack zu einem imaginären Film, dessen Handlung einzig und allein die vier Instrumentalisten bestimmen.
(Rainer Bratfisch, Jazzpodium, Februar 2013)

 

Max Nagl Ensemble
Live At Porgy & Bess Vienna

rude noises/Extraplatte
Der oberösterreichische Holzbläser Max Nagl hat ein Konzert, das Anfang 2012 im Wiener Club Porgy & Bess stattfand, auf seinem Label rude noises herausgebracht. Kurze, prägnante Stücke sind auf dem Tonträger versammelt, die das Ensemble mit Verve und Engagement umsetzt. Erstklassige Leute sind mit dabei. Neben Nagl brilliert Clemens Salesny als zweiter Saxofonist und Klarinettist. Besonders sticht aber Philipp Yaeger an der Posaune hervor, schöner mächtiger Sound. Ein herausragender Solist. Bemerkenswert ist auch Pamelia Kurstins Spiel am Theremin, ein Dinosaurier der elektronischen Musik, der in den letzten Jahren ein wundersames Comeback feiert. Max Nagl lässt da viel Platz, und der immer wieder sehr melancholische Klang des Instruments fügt sich gut in seine Stücke. Insgesamt ein höchst empfehlenswerter Tonträger.
(Christoph Haunschmid, Freistil, Februar/März 2013)

 

Salesny/Schabata/Preuschl/Joos – Live

Es gibt Bandprojekte, die einfach aus dem Rahmen fallen, zeigen sich deren musikalischen Ausrichtungen doch als die etwas anderen und nicht gewöhnlichen. Genau von einem solchen kann man auch bei Salesny/Schabata/Preuschl/Joos sprechen. Was dieses Jazz-Quartett nämlich zur hohen Kunstform erhoben hat und auch eindrucksvoll zu zelebrieren versteht, ist schlicht das Überwinden vermeintlicher Grenzen, und zwar die zwischen den Generationen wie auch jene der stilistischen Natur. Eben erschienen ist mit “Live” (Jazzwerkstatt Records) die zweite CD des österreichisch-deutschen Vierergespanns, die am 25. Oktober im Café Publik im Festspielhaus St. Pölten präsentiert wird.
Es kommen hier vier Instrumentalisten zusammen, deren Klangsprachen und Ansätze sehr verschieden ausgeprägt sind, was natürlich aufgrund der unterschiedlichen musikalischen Sozialisation ja auch nicht wirklich verwunderlich ist. Aber genau dieser Punkt eben macht auch den besonderen Reiz dieser generationenübergreifenden Bandkonstellation aus. Clemens Salesny (Altsaxophon, Bassklarinette), Raphael Preuschl (Bass), die beiden Vertreter der jungen Generation aus dem Hause der Wiener Jazzwerkstatt, der 1955 in Wien geborene Vibraphonist und Mitbegründer des Vienna Art Orchestras Woody Schabata und der deutsche Jazztrompeter bzw. – flügelhornist Herbert Joos (Jahrgang 1940) gehen allesamt sehr unterschiedlich mit dem Begriff des Jazz um. Was sie aber eint, ist ihr Drang, sich doch immer wieder des Korsetts des Festgeschriebenen zu entledigen.
Seit einigen Jahren nun schon gemeinsam musizierend, haben sie sich im Laufe der Zeit in einem Sound gefunden, der sich als ein an spielerischen Facetten sehr reicher und weit über die üblichen Genreüberschriften hinausgehender zeigt. Die modernen Ansätze wird von dem österreich-deutschen Bandkollektiv ebenso verfolgt, wie auch die respektvolle Rückbesinnung auf die traditionellen Spielformen, das europäische im Jazz wird ebenfalls zur Geltung gebracht, wie auch das amerikanische. Das weite Musikverständnis der sich in diesem Projekt auf gleicher Augenhöhe begegnenden Clemens Salesny, Raphael Preuschl, Woody Schabata und Herbert Joos zeigt sich auch darin, dass es ihnen gelingt, ihrer Musik trotz aller Komplexität jegliche Kopflastigkeit zu nehmen. Sie befindet sich in einem steten Fluss, weiß Emotionen zu erwecken und vermag mit vielen spontanen und raffinierten Brüchen und Wendungen zu überraschen.
“Live” ist ein Album geworden, das einfach einlädt, sich mit diesem zu befassen und es zu entdecken, zeigt es den modernen Jazz doch in seiner erfrischend verspielten und sehr abwechslungsreichen Form.
(Michael Ternai, mica.at, 22.10.2012)

 

Enthusiasmus pur

Jazz im Igel / „Travel Image“ bringen bislang selten Gespieltes der österreichischen Jazz-Legende Joe Zawinul auf die Bühne.
Waidhofen. Eine Hommage an Joe Zawinul anlässlich seines 80. Geburtstages boten „Travel Image“ am 29. September im Folkclub Igel. Die fünf Musiker legten dabei ihren Fokus auf die frühen Jahre des eigenwilligen Komponisten und brachten oftmals unbekannte und selten bis fast nie gespielte Nummern aus der Feder Zawinuls.
Mit Geige (Paul Dangl) und Saxophon (Clemens Salesny) legen sich „Travel Image“ auf eine im Jazz eher unübliche Leadersection fest. In Peter Rom (Gitarre), Raphael Preuschl (Bass) und Peter Primus Frosch (Schlagzeug) finden sie kongeniale Mitspieler, denen es gelingt, Frische aus alt geglaubten Stücken herauszuarbeiten.
Der gebürtige Waidhofner Paul Dangl kam schon früh mit Folkmusik in Berührung, der Einstieg in die professionelle Musikszene war praktisch nur eine Frage der Zeit. Seit 2010 ist er mit einem eigenen Jazz-Ensemble unterwegs und ist als Musiker, Komponist und Dozent für Jazz-Violine am Vienna Music Institute tätig.
Als Newcomer mit Potenzial erweist sich der Heidenreichsteiner Peter Primus Frosch, dem die Musik praktisch in die Wiege gelegt wurde. Aus dem Hintergrund der Bühne dröhnten die minutenlangen, enthusiastischen Schlagzeugsoli des Studenten und riefen Begeisterungsstürme beim Publikum hervor.
Fazit. Jazzfreunde bereuten es bestimmt nicht, diesen Abend im Igel verbracht zu haben.
(Edith Hofmann, NÖN, 03.10.2012)

 

Uri Caine und Bach: Die Variation der Variation

(…) Die sechste Variation war eine heiße Dixieland-Nummer, in der der Vorarlberger Trompeter Martin Eberle und der Wiener Klarinettist Clemens Salesny brillieren durften (…)
(Peter Bader, Neue Vorarlberger Tageszeitung, 06.03.2012)

 

Trio Salesny/Schabata/Preuschl & Herbert Joos

Ein hohes Maß an musikalischer Raffinesse und blindem Verständnis im Zusammenspiel zeichnet die gemeinsame künstlerische Arbeit von Herbert Joos, Clemens Salesny, Raphael Preuschl und Woody Schabata aus. Dazu kommen eine wohldosierte Coolness und die improvisatorische Intelligenz der vier Musiker, die sich vor allem im Umgang mit der freien Tonalität niederschlägt.
Das Spannendste an diesem Quartett ist aber die Wahrnehmung, dass hier vier hochgradige Individualisten eine perfekte homogene Einheit bilden.
Die Zusammenarbeit von Herbert Joos und Clemens Salesny ist aber auch aus einem anderen Grund von besonderem Interesse: Joos war früher oftmaliger musikalischer Partner des Wiener Saxophonisten Hans Koller, auf dessen Spuren wiederum Clemens Salesny seit Jahren wandelt.
Mit seiner stilübergreifenden und hochspannenden Improvisationskunst sorgte das Quartett für einen umjubelten Höhepunkt der diesjährigen Inntöne.
(Stefan Wagner, Ö1, http://www.0e1.orf.at, 24.10.2011)

 

Feiner Jazz im Stadl

Funky Lemons und Clemens Salesny: Oberneukirchen, 16. Oktober
Der Kulturstadl Schnopfhagen war bis dato für ein sommerliches Klassikfestival und ein sehr buntes ganzjähriges Programm bekannt. Am letzten Samstag gab es eine viel beklatschte Premiere, zum ersten Mal Jazz.
(…) Im zweiten Teil präsentierte Clemens Salesny die momentane Edition seiner Electric Band. Der Saxophonist aus dem Umfeld der Wiener Jazzwerkstatt ist einer der Rising Stars des österreichischen Jazz, ein ganz großes Talent, das mit seinen Leuten dem klassischen Fusion Jazz der 70er Jahre einen Relaunch angedeihen lässt. Eine ausgedehnte collageartige Komposition wird aufgeführt, Miles Davis und Joe Zawinul werden durch die Brille des Zeitgenössischen betrachtet. Frisch und knackig sind die Sounds, anspruchsvoll und dennoch unterhaltend. Einziger Wermutstropfen: Salesnys Mikro war zu leise adjustiert. Dennoch ein sehr schöner Abend, heftig akklamiert, der nach Fortsetzung schreit.
(Christoph Haunschmid, OÖ Nachrichten, 18.10.2010)

 

Zugaben leider nicht möglich

Es gibt nichts mehr draufzusetzen: Trompeten-Größe Herbert Joos in Passau
Es ist eine Band ohne Namen. Die vier Herren stehen selber für ihre Musik gerade, ihre Reihung wird noch durch ein “plus” vor “Herbert Joos” durchbrochen. Und trotz der fragilen Besetzung mit zwei Bläsern, Kontrabass und Vibrafon zerfällt das Konzert am Freitagabend im Passauer Café Museum keinen Moment lang in seine Einzelteile.
Von Joos hört man dann auch im ganzen Konzert kaum einen gewöhnlichen, klaren Ton. Er fordert von Trompete oder Flügelhorn, die er fast ausschließlich mit Dämpfern benutzt, tonal das Äußerste und erzeugt ein verrauschtes Tonflüstern, das nur unwillkürlich von einem pfeifenden Winseln oder kurzen Kreischen unterbrochen wird. Und geht’s einmal in Richtung Ekstase, dann schreit’s schon mal vor und hinter dem Blasmetall. Saxophonist Clemens Salesny ist in seinem Ausdruck mindestens genauso variabel. Die Instrumente der beiden sprechen mit zwei Stimmen aus einem melodischen Mund, so präzise und selbstverständlich gehen sie ineinander über, fordern sich, kommentieren sich – die Auflösung des Solos, wie man es kennt ins freundschaftliche Dauerduett. Für den Schmäh von der Seite sorgt Woody Schabata am Vibrafon, von dem die meisten Kompositionen stammen, mit pointierten Einwürfen. Nur der Kontrabassist hat selten Pause. Ohne Schlagzeug muss Raphael Preuschls ehrgeizige Kraft alles zusammenhalten. Doch er ist nicht nur der Arbeiter am Gesamtklang, er schafft es auch, alleine innerhalb eines Taktes einen neuen Groove zu vermitteln.
In den Händen dieser Musiker sind Instrumente Objekte eines zweckfreien, experimentierfreudigen Spiels mit offenem Ausgang: Letztlich reichen sich hier Musikalität und waches Denken einmalig die Hände. Eine sensibel ausgeklügelte Einführung in das moderne Hören, auf die man keine zweite Zugabe mehr setzen kann – auch wenn es das Publikum noch so wünscht.
(Frank Müller, Passauer Neue Presse, 09.11.2009)

 

Österreichisches

Allen Unkenrufen zum Trotz: Österreichs Jazz-Szene blüht nach wie vor. Auch wenn es, zumindest innerhalb des Salzburger Jazzherbsts, immer wieder den Anschein hat, als sei diese kaum mehr als nur eine Randerscheinung.
Ein Mauerblümchen, und deshalb lediglich wert, sie auch örtlich an die Peripherie zu drängen? Salesny, Schabata, Preuschl & Joos gastierten am Dienstag (3.11.) im schütter besetzten ORF-Publikumsstudio. Dabei hätte sich das Kollektiv – als Quartett firmieren sie nur unter ihren Familiennamen – durchaus ein ausverkauftes Auditorium verdient. Sind sie doch alle absolute Könner ihres Fachs, und das nicht bloß lokal bezogen, vielmehr Europa-weit. Und sie haben alle auch schon in anderen Formationen, etwa im Vienna Art Orchestra, Maßgebliches geleistet. Mehr als das: Seit zwei Jahren verstehen sich zudem die zwei “Altherren” mit ihren beiden Newcomern hörbar blendend miteinander.
Das Anderthalb-Stunden-Programm enthielt vor allem Eigenes, aber auch Kompositionen von Hans Koller und Charles Mingus. Dieser ist nicht zuletzt Vorbild für den Bassisten Raphael Preuschl, der ein stetig pulsierendes Rhythmusfundament liefert. Zusammen mit Clemens Salesny war er Mitbegründer der Jazzwerkstatt Wien. Salesny spielte phänomenal sowohl an Alt- und Tenorsaxophon wie an Klarinette und Bassklarinette, sonor wie tonschön immer wieder differenziert die Klangmöglichkeiten bis in an gebotene Grenzen aus. Die Begegnung mit ihm war somit eigentlich der Haupttreffer an diesem Abend.
Perfekt kongruent im Klangbild Herbert Joos an Flügelhorn und Trompete. Letztere wurde meistens dann gedämpft in die musikalische Konversation einbezogen, wenn es um subtilere Bilder ging. Vor allem reizte Herbert Joos immer wieder höchste Regionen aus und bezog auch mehrstimmig seinen Atem als Bestandteil ein, was allerdings gelegentlich doch des Guten zu viel dünkte. Über soviel Ausdruck und “heißer Luft” hätte man beinahe drauf vergessen, dass der nach wie vor stupenden Technik des 69jährigen (!), längst bei uns auch künstlerisch eingemeindeten Stuttgarters durchaus reine Töne zu Gebot stehen.
Der Ruhepol: Woody Schabata am Vibraphon als Rechtsaußen. Nicht ganz im Abseits, aber oftmals sehr dezent im Hintergrund, gleich vom ersten Einstieg an. Das dürfte der Rundfunk-Mitschnitt wohl ausgleichen. Später zauberte Schabata sogar so etwas wie “vorweihnachtliche” Stimmung mittels seiner virtuos gehandhabten Schlägel.
(Horst Reischenböck, drehpunktkultur.at, 04.11.2009)

 

Schon seit nahezu 10 Jahren tummelt sich der Saxophonist und Klarinettist Clemens Salesny erfolgreich in der österreichischen, besonders in der Wiener Musikszene. Sein charakteristischer Sound, seine energetische Virtuosität auf all seinen Instrumenten und seine stilistische Vielfalt als Front – und Sideman, bestechen schon früh und bis heute anhaltend seine Zuhörer (…) Vor allem im Duo mit Jazzwerkstatt Kollegen Clemens Wenger zeigen die jungen Musiker ihre Offenheit in der Improvisation durch fesselnde Eigenkompositionen, aber auch durch Interpretationen über Stücke von Strayhorn, Monk und vom großen, inspirierenden Saxophonisten Hans Koller. Kein anderer Saxophonist hat sich so intensiv mit der Musik und der Philosophie des Hans Kollers beschäftigt und so kann man bei Clemens Salesny hoffen, dass er es Koller gleich tun wird und uns bis ins hohe Alter mit seiner Musik versorgen wird.
(Jurybegründung, Hans Koller Preis 2009)

 

Dauernd ein Theater mit dem Jazz (pdf) 

 

Clemens Salesnys Electric Band (pdf)

 

Strictly Improvised

Ein Blick aufs Cover zeigt: Die Nachnamen der Musiker sind dort in gleich großen Lettern zu finden, “SALESNY/SCHABATA/PREUSCHL” (Jazzwerkstatt Records, www. jazzwerkstatt-records.at). Nur Herbert Joos ist durch ein ”+” von diesem Trio abgesetzt – um zu verdeutlichen, dass der Trompeter eben Gastsolist ist. Aber auf dieser schlagzeuglosen Platte improvisieren nicht nur vier Musiker gleichberechtigt miteinander. Vielmehr sind die zwölf Stücke auch Bausteine für eine Brücke über die Generationen – von den zwei jungen Bilderstürmern der Jazzwerkstatt Wien, Clemens Salesny (Saxofone und Bassklarinette) und Raphael Preuschl (Bass), über den “mittelalten” Woody Schabata (Vibrafon) bis hin zum 67-jährigen Joos (der gebürtige Karlsruher ist sozusagen “Beute-Österreicher”). Die Musik auf dieser CD ist: fantastisch. Sie ist cool, ohne kühl zu sein, sie ist intellektuell, ohne kopflastig zu sein, sie ist emotional, ohne kindisch zu sein – und sie ist durch und durch europäisch, ohne jedoch das US-amerikanische Jazz-Erbe aus den Ohren zu verlieren. Die vier kommunizieren auf einem so hohen Niveau miteinander, wie man es nur noch selten zu hören bekommt: Die Partner auf Augenhöhe im Blick behaltend, entwickelt man ein Geflecht aus Improvisations-Ideen – mal schlicht und einfach gestaltet, mal komplex und raffiniert entworfen, stets riskant, frisch und frech gespielt. Ein großer Wurf, der Salesny, Schabata, Preuschl und Joos hier geglückt ist.
(Martin Laurentius, Jazz thing Nr. 72, Februar/März 2008)

 

(…) Das besondere Merkmal an Salesny/Schabata/Preuschl Plus Herbert Joos ist die Generationen übergreifende Selbstverständlichkeit, mit der die vier Instrumentalisten sich den notierten Grundlagen ihrer Musik zuwenden. Es ist ein eigenartig schwebender Sound, der in seiner Komplexität nur schwer zu greifen ist. Das kommentierende Satzspiel von Saxophon und Trompete, das feinfühlige sich gegenseitige Ertasten, die berückenden klanglichen Visionen strahlen bei den “zurückhaltenden Vier” eine große Offenheit aus. Sie haben den Mut, musikalische Räume großzügig zu gestalten und sie nicht geschwätzig zu verstellen. Vier Alben, die einen erfreulichen Überblick gewähren, mit welcher Vielfalt, Toleranz und Fertigkeit in der Jazzwerkstatt gearbeitet wird, wodurch der Jazz in seiner Gestalt und Wirkung einen weiteren ungemein wichtigen Impuls erhält.
(Jörg Konrad, Jazzpodium, Februar 2008)

 

This reminded me of some of the things Gunter Hampel used to do: something to do with the mixture of vibraphone (Woody Schabata) and bass clarinet (Clemens Salesny), but with bassist Raphael Preuschl and guest trumpeter Herbert Joos thrown into the mix. There’s a bright, fanfare-like quality to the opening, but it soon gets more reflective. The composed pieces tend to work better than the Improvs, which are too brief to establish much of a presence before they’re gone again. Impeccable unison playing on the themes, but with no hint of dryness, and Schabata’s unexpected tinkles under the bass clarinet on “Tahmine” are almost comically lightweight: akin to snowflakes dancing round a boulder.
(Brian Morton, The Wire, January 2008)

 

Trombonist Paul Zauner’s Soil, which is performed by his Blue Brass septet, is definitely an eccentric and unpredictable CD. The repertoire alternates between jubilant jams and floating ballads, while the music straddles between Abdullah Ibrahim’s African-style ensembles and touches of Ray Charles-like R&B. The opener is a good example. Ibrahim’s “African Market Place” is a song that deserves to be a standard, and it is given a celebratory treatment by Zauner’s group. Their treatment of the music is a bit more adventurous than Ibrahim’s, but it retains his feeling until the surprisingly free-form ending. Less successful is Zauner’s feature on “Georgia on My Mind”, for he seems unsure how witty and free to make his melodic statement. However, most of the performances work well, the occasional bass clarinet solos (taken by either Clemens Salesny or Peter Massink) are excellent, and the music continually keeps one guessing. Soil is well worth checking out.
(Scott Yanow, All Music Guide)

 

Faszinosum der Schwingungen (pdf)

 

Ein weiterer brillianter Tonträger aus der JazzWerkstatt. Diesmal hat sich die „Jazz-Jugend“, Clemens Salesny (sax) und Raphael Preuschl (bass), mit arrivierten Musikern wie dem Trompeter und Flügelhornist Herbert Joos und dem Vibraphonisten Woody Schabata zusammengetan. Gemeinsam lässt man sich musikalisch inspirieren und trägt gleichberechtigt Kompositionen zum Album bei. Das Quartett sorgt für Wienerwald Impressionen, vertont Landscapes, improvisiert strictly – und lässt eine “Circus Tomate” tanzen. Die eigenwillige Besetzung mit zwei Bläsern, Vibraphon und Bass klingt aber nicht nur deswegen einzigartig, sondern vor allem deshalb, weil man jederzeit spürt, dass alle an einem Kompositions- und Improvisations-Strang ziehen und so vehement Spannung erzeugen. Jazz aus Österreich ist eben vieles zu gleichen Teilen: humorig, fordernd, lyrisch schön, entspannend und funky.
(Christian Bankonyi, jazzzeit 69, November/Dezember 2007)

 

Die Seele der Songs “A Song needs a Soul” postuliert Øystein Veland und er setzt seine Forderung 1:1 in seinen eigenen Songs ohne Kompromisse um. Der aus Norwegen stammende Sänger scharte eine erstklassige Band um sich, namentlich, Clemens Salesny am Alt-, Sopransaxophon und Bassklarinette, Florian Kogler an der Gitarre, Ralf Thenner am Bass, sowie Amin Osman hinterm Schlagzeug, die den Sänger auf seinem Weg zur Seele begleiten. Und weil es an dieser entspannten und sehr relaxten Form zu musizieren nichts zu kritisieren gibt halten wir uns eben an ein paar bemerkenswerte Facts. Die Stimme von Øystein Veland hat eine eigenartige, unverwechselbare Färbung der es gelingt, Soul, Pop, Funk und Jazz zu einem runden Ganzen zu vereinen. Als Beispiel höre man die Nummer “Rainy dog”. Da säuselt er, da singt er smooth and jazzy und dann gibt es da auch noch brachiale stimmliche Ausbrüche, die aber trotz allem nicht ganz frei sind von Selbstironie und die durchaus ein Augenzwinkern nicht verleugnen. Clemens Salesny setzt dem Ganzen dann noch mit den absolut geilsten Soli des Jahres 2006 das Sahnehäubchen auf. Er bläst sich schier die Seele aus dem Leib! “What about” klingt ein wenig karibisch und ist Popmusik in Reinkultur – aber weil es eben auch hochklassige Popmusik geben kann ist dieses Attribut als Kompliment zu verstehen. Und wieder spielt Clemens Salesny so gut wie nie zuvor. Womit aber nichts gegen die anderen Herren an den Instrumenten gesagt werden soll. Das Schlagzeug von Amin Osman kommt präzise, gibt den Takt vor und bereitet gemeinsam mit Ralf Thenners Bass den Rhythmusteppich auf dem sich die Gitarre von Florian Kogler mit Leichtigkeit und Spielfreude bewegt. Jeder Song hat seine Seele – und so soll es schließlich auch sein.
(Alfred Krondraf, Kulturwoche)

 

(…) “die wilden jahre” nennen der Saxophonist Clemens Salesny und der Pianist Clemens Wenger – beides Mitbegründer der Jazzwerkstatt – ihre Duo-CD, die im Oktober vergangenen Jahres aufgezeichnet wurde. Der Titel klingt ein wenig nostalgisch; und wenn die beiden Oscar Pettifords Ballade “The Gentle Art Of Love” delikat anstimmen, dann mag ein wenig Nostalgie mitklingen. Und dass sie sich für eine Komposition von Charles Mingus – die bluesigen “Ecclusiastics” – entschieden haben, ist durchaus naheliegend, schließlich geht die Idee der Jazzwerkstatt auf dessen Workshops zurück. Darüber hinaus aber finden sich auf der CD im Wesentlichen Eigenkompositionen von Wenger und Salesny, die keine Nostalgie aufkommen lassen, sondern die beiden in ihrer musikalischen Bandbreite zeigen. Dabei verhehlen sie keineswegs ihre Wurzeln: Den Hans-Koller-Preisträger 2001 Clemens Salesny verbindet mit dem großen Saxophonisten wohl mehr als nur der Preis und Clemens Wenger greift mitunter auf die Sparsamkeit eines Thelonious Monk zurück oder den walkin’ bass der Stride-Pianisten. Aber das Ergebnis ist immer eigenständig, wie etwa die vier “SpielChen” zeigen. Salesny versteht es, seinen Instrumenten – Sopran- und Altsaxophon, sowie Bassklarinette – alle Möglichkeiten zu entlocken und die Intensität zu steigern, wie auch Wenger das Klavier gelegentlich als Saiteninstrument nutzt. Und es fehlt nicht an Witz; nicht nur wenn sie ab und zu ein Wienerlied intonieren. (…)
(Helmut Rizy, Uhudla, Nr. 80, 2006)

 

Clemens Salesny/Clemens Wenger: Wilde SpielChen (pdf)

 

(…) Schräger Humor und Sinn für Skurriles sind zu erwarten, wenn uns Clemens Salesny (reeds) und Clemens “Bumpfi” Wenger (Piano) die musikalische Aufarbeitung ihrer “wilden Jahre” präsentieren. Neben einigen ausgedehnten Improvisationen findet sich auf der Veröffentlichung nämlich auch einigermaßen ungewöhnliches Repertoire, etwa in Form von eigenwilligen Interpretationen diverser Wienerlied-Klassiker oder ihrer abschließenden Bearbeitung von “Ich gehe mit meiner Laterne”.
(Martin Gansinger, jazzzeit Nr. 58, Jänner/Februar 2006)

 

Sollten das schon „die wilden Jahre“ gewesen sein? Wohl kaum. Die beiden schon seit Jahren aufeinander eingespielten Clemense überzeugen durch humorvolles, mitunter auch wunderbar altmodisches, stets gut durchblutetes Duospiel, wobei Wenger hier seiner Vorliebe für Stridepiano frönt, während sich der eloquente Multiinstrumentalist Salesny am Altsaxofon auch keine Zurückhaltung auferlegt. Klingt ein bisschen wie Eric Dolphy & Jaki Byard beim Heurigen.
(Klaus Nüchtern, Falter 11/06, März 2006)

 

(…) Herausgekommen ist so unter anderem die wilden Jahre von Clemens Salesny und Clemens Wenger, die trotz ihrer Jugend nicht nur Hauptbetreiber der Werkstatt sind, sondern auch schon sechs Jahre gemeinsam im Duo musizieren. Der Pianist Wenger und Multi-Bläser Salesny berufen sich neben Mingus (großartig: ihre Interpretation von Ecclusiastics) auch hörbar auf Thelonious Monk, scheuen aber auch nicht vor einem Wienerlied oder dem Kindergartenklassiker „Ich gehe mit meiner Laterne“ zurück. (…)
(Klaus Taschwer, Falter 06/06, Februar 2006)

 

Eine wunderbare Duo-Platte aus der Schmiede der Jazzwerkstatt Wien. Salesny und Wenger sind dem Freien Jazz zugetan, dabei aber gänzlich unbrachial vielmehr mit fein gesponnenen Ideenfäden auf einander zugehend, eng verwoben.
(Frank Schindelbeck, Jazzpages Jazz Shop über die CD: Salesny/Wenger “Die wilden Jahre”)

 

Der Anlass der CD-Besprechung ist ein trauriger. Karl “Bumi” Fian, genialer Trompeter und lebensbejahender Mensch, ist nicht mehr. Er starb nach einem kurzen, wilden, erfüllten und genussreichen Leben am 6. Jänner 2006. Rest in peace, Bumi. Noch 2005, schon gezeichnet vom Leben, spielte er mit Clemens Salesny die CD “Always Blue” ein. Clemens Salesny am Altsaxofon und an der Bassklarinette, Bumi Fian an der Trompete, Clemens Wagner an den Tasteninstrumenten, Bernhard Osanna am Bass und Thomas Froschauer am Schlagzeug bildeten das Quintett. Herausgekommen ist eine CD, die bereits jetzt ein Stück österreichische Jazzgeschichte repräsentiert. Das hingebungsvolle, stimmige Spiel der Fünf, die wundervollen Kompositionen von Clemens Salesny, vor allem das balladenhafte “Always Blue” – selten noch habe ich musikalische Trauer schöner und beeindruckender gehört – gehen in die unendliche Tiefe der Empfindungen. “Bebop und Lulatsch” von Clemens Wenger steht den Salesny-Kompositionen in nichts nach. Die Nummer beginnt mit irgendwo im Raum und der Zeit verhallenden Klavierakkorden, die anderen Instrumente setzen ein, die dramatische Grundstimmung wird ausgereizt, der Walking Bass setzt Akzente, Saxofon und Trompete legen ihre Linien darüber und über allem schwebt ein sentimentaler Ton. Verdammt noch mal, in der Rückschau klingt alles so sentimental und ich bin sicher, keiner der Musiker mag diese Deutung. Life is going on und Bumi Fian sitzt auf einer Wolke und gönnt sich einen “Spritzer”. So ist es nämlich im Leben. Klaus Schulz schreibt im Booklet: “Das Clemens Salesny/Bumi Fian Quintet sind ein weiterer, hervorragender Beleg für die Potenz des Jazz made in Austria”. Ja, es ist ein hervorragender Beleg und es sollte, in Memoriam Bumi Fian, nicht der letzte Beleg sein.
(Alfred Krondraf, Kulturwoche, 2006)

 

The ambitious Austrian composer and alto saxist Max Nagl never rests and seems to have another project in mind whenever we hear from him. With upwards of a dozen discs as a leader on different labels, we never know what to expect, except for something interesting. On ‘Quartier Du Faisan” Max uses some ten musicians, only a few of whom we know: Franz Hautzinger on quarter-tone trumpet, Josef Novotny on piano & electronics and Achim Tang on double bass. Mr. Nagl is a gifted and pretty diverse composer, his music involves the different worlds of jazz, from older to more modern styles. He keeps the five horn players (2 alto saxes, 2 trumpets and 1 trombone) here on the toes by writing tight, swinging lines with adventurous harmonies. “Bycykell” has an infectious drunken swagger, with some groovy organ and a great bluesy alto solo from Clemens Salesny. The band had the good fortune to develop during their six-month stay at the Porgy & Bess Jazz Club in Vienna, you can hear this in their tight and spirited tunes. All of these fine horn players get a chance to stretch out and pull off some fine solos throughout. One of the highlights is getting a chance to hear microtonal trumpet hero, Franz Hautzinger, play some astonishing more normal jazz solos. Josef Novotny’s electronics add just the right amount of eeriness to keep things from getting too normal. The thing that stands out most is Nagl’s great writing and arrangements, which are excellent from beginning to the end.
(BLG, http://www.jazzloft.com, 2006)

 

I’ve thought of a dozen ways to open this review but the best one is for me to shut up and listen to the fantastic opening of this double album itself: Koller Riff by Salesny´s Hans Koller tribute. Sounds so dense and full that you get thrown back into Mingus workshops and the early Globe Unity Orchestra (If that starts and sustain on such level i´ll soon need 3 pages). Total amazement on every track is here. Bernd Satzinger (Wurlitzer) trio (check out Christian Grobauer on drums), enters the electric Paul Bley era while in Käfig a large ensemble plays great tones and colours. Kelomat is a strong quartet with trombone, Alto, Bass and drums á la Tim Berne, Roswell Rudd and Kontra5nett a lovely double bass ensemble while Fuzz Noir enters the more 80´s and early 90´s different jazz forms with a particularly good Goodrick-ish Peter Rom on guitar. See, i get simply speechless because indeed and as warmly recommended by Christoph Huber (Mr. Porgy & Bess) this album is from far the most intense and achieved new Austro-Jazz overview. I don’t know when they give prices, awards and subventions, but I would highlite 100% this group of extremely talented musicians now and later. The second CD sees more of these combinations between most of these heard on #1. So much music, so many bands and advanced directions strongly stated already can only make us hope a great future in music here (about 30 years after the first VAO…) — 10 stars.
(Noël Akchoté, skug magazine, September 2005 about  the CD: “JazzWerkstatt Wien 2005”)

 

Die heimische Jazz Szene bringt seit Jahren hervorragende Talente zum Vorschein, die, kaum sind sie den Kinderschuhen entwachsen, sich in die aktuelle Szene einschalten und sich in großen Schritten, als steckten die Füße in Siebenmeilenstiefeln, musikalisch hervorragend entwickeln. Im Salesny-Fian Quintett sind, gemeinsam mit Spitzentrompeter Bumi Fian, gleich mehrere dieser mittlerweile “gestandenen” Jazzer am Werk, allen voran Saxofonist Clemens Salesny (* 1980), Clemens Wenger (* 1982), p/keyb, Thomas Froschauer (* 1979), dr, und Bernhard Osanna (* 1972), b. In “Always Blue” kommen alle Stilmittel des modernen Jazz zu tragen, das Album vermittelt Spannung in jeder Sekunde, Jazz wie er sein soll, unberechenbar und doch manchen Formen folgend, aber nie vorhersehbar. Bebop, Blues, Mingus und Monk, Miles und Trane, spürt man – und doch ist es ganz eindeutig das Salesny-Fian Quintett.
(Christian Bakonyi, jazzzeit Nr. 153, März/April 2005)

 

Wenn sich einerseits junge Experimentierwillige und andererseits noch junge Experten in der österreichischen Jazzlandschaft treffen, werden – das zeigt die gemeinsame Einspielung dieses Quintetts – aus Spaziergängen Extremabenteuer und umgekehrt. Das Clemens Salesny – Bumi Fian Quintett ist bereits seit den ersten Auftritten (siehe concerto 01/02) für seinen kompromisslosen Sound und den lockeren Umgang mit – oftmals eingefahrenen – musikalischen Sichtweisen bekannt. Mittlerweile hat sich daran nichts geändert, außer dass Clemens Salesny Hans-Koller-Preisträger und das Quintett zu einem Fixbestandteil der österreichischen Szene wurde. Die Musik ist wieder “alles-auf-einmal” – und das ist natürlich positiv gemeint. Sehr reizvoll, wie aus scheinbarer Unordnung kreatives Chaos entsteht und sich dieses in weiterer Folge zu von äußerster Spielfreude getragenem Groove entwickelt. Augenzwinkernd werden da Effekte in Monk’s Meisterwerke eingeworfen und an anderer Stelle mit rauschhafter Leichtigkeit kollektivimprovisiert. Es bleibt wie es war: Beim Salesny – Fian Quintett sind alle musikalischen Querdenker bestens aufgehoben!
(Thomas Haderlapp, Concerto Nr. 01/05, Februar/März 2005)

 

Weltmusik und urbane Sounds im Innviertler Outback

(…) Bassklarinettist Denis Colin ist ein Star, der in Frankreich unter dem Etikett Folklore Imaginaire sehr erfolgreichen Verbindung von Jazz, Welt- und Kammermusik. Sein Trio traf auf den jungen Saxophonisten Clemens Salesny. Schon erstaunlich wie gut sich der Youngster da zurechtfand. Die Vier harmonierten glänzend und schickten ihre sympathische Message von “One World Is Enough” ins Land (…)
(Christoph Haunschmid, OÖ Nachrichten, 01.06.2004)

 

Ereignisreiches Angebot beim “Inntöne”-Festival in Diersbach. Chicago sandte Malachi Thompson für eine scharfe Jazz- und Blues-Session, glutvolle argentinische Folklore servierten “Tango Crash”, Enrico Pieranunzi improvisierte als Solopianist impressionistische Fantasien, der Solisten-Lorbeer allerdings geht an den Saxophonisten Clemens Salesny.
(PB, Krone, 01.06.2004)

 

Noch eine Veröffentlichung auf dem bereits vorhin erwähnten 3504 Label. Und was für eine! Dirt Stream ist ein Konglomerat aus hochtalentierten österreichischen Jungspunden von europäischem Format. Andreas Mayerhofer, Gründungsmitglied des Kremser That’s-Jazz-Vereins, überzeugt mit Eigenkompositionen z.B. dem hochkomplexen und unglaublich spannenden “Wie es das Licht macht” und wagt sich auch an zum Teil verquere, jazzige Neudeutungen von Anton von Webern, Bartok oder Hindemith heran. Die Mitmusiker – allen voran der überzeugende Clemens Salesny an der Klarinette, Michael Bruckner an der Gitarre, Andreas Mayerhofer am Piano, Christian Wendt am Bass und Wolfgang Kendl am Schlagzeug – setzen dabei äußerst gelungen die Atmosphäre dieser Stücke um und “übersetzen” sie in die Welt des aktuellen Jazz. Andreas Mayerhofers Dirt Stream ist eine Band, die sowohl musikalisch als auch von den Musikerpersönlichkeiten her noch für einigen Gesprächsstoff und hoffentlich viel Musikmaterial sorgen dürfte. Funkensprühende Spielfreude und genialer Leichtsinn. Gratulation!
(Thomas Haderlapp, Concerto Nr. 6, Dezember 2003/Jänner 2004)

 

Zweiter Tag beim “Austrian Soundcheck” im Grazer “Münzl”: Jazz-Nachwuchs lässt aufhorchen

Der Förderung des heimischen Nachwuchses kommt auch beim diesjährigen “Austrian Soundcheck” eine ganz bedeutende Rolle zu. Der zweite Tag des kleinen Grazer “gamsbART”-Festivals war den jungen, österreichischen Saxophonisten gewidmet. Clemens Salesny und Thomas Kaufmann spielten im “Jazz M59”.
Anlass zu großen Hoffnungen gibt der Auftritt des erst 22-jährigen Clemens Salesny im “Jazz M59”. In der Tradition der Altmeister Dolphy, Koller und Coleman präsentierte sich ein origineller und spielfreudiger Saxophonist, dessen Durchbruch in den nächsten Jahren nicht überraschen würde. Nicht zuletzt war dieses Konzert auch dadurch interessant, weil Salesny mit Bernhard Osanna am Bass und Thomas Froschauer am Schlagzeug sehr gut aufeinander eingestellte Begleiter hatte (…)
(Martin Gasser, Krone, 15.11.2002)

 

Wann kommen endlich die Musik-Studenten in den Radiowecker?

Semesterfestival in der “Szene Wien” (…)
(…) Die zweite Band spielt Jazz. Kontrabaß, Saxophon, Trompete und Schlagzeug. Der Schlagzeuger kommt in sein Element. Eine zarte Gestalt, keine von den Bizepsmonstern mit grimmigem Blick. Thomas Froschauer heißt der Wunderknabe. Spielt sein Schlagzeug wie ein Melodieinstrument. Mit von der Partie ist einer der berühmtesten Trompeter des Landes, so versichert man mir: Karl “Bumi” Fian.
Diese Musik spricht nicht jeden an. Aber dann legt mir ein Kenner hinter der Bühne die Hand auf die Schulter. “Schau genau hin. Was sich zwischen diesen vier Musikern abspielt, ist unbeschreiblich. Der absolute Klimax.” Ich bemerke, wie ein Ton den nächsten quasi erzwingt. Alles ist stimmig. Mir laufen kalte Schauer über den Rücken, und es ist nicht wegen ACDC oder Bon Jovi. Vielleicht bin ich schon auf dem Weg zum Freejazz Fan (…)
(Paul Glück, Die Presse, 23.02.2002)

 

Jugendlicher Leicht-Sinn: Das Clemens Salesny/Bumi Fian-Quartett (pdf)

 

Bumi Fian im Kuckuck

Konzert – Mit seinen Jazz-Klängen begeisterte Star-Trompeter Bumi Fian am Freitag, den 18. Mai, die Zuhörer im Cafe “Kuckuck”.
Amstetten. Am Freitag, den 18. Mai, hatte man im Cafe “Kuckuck” den Eindruck, dass der Musiker Bumi Fian seiner Trompete nicht nur Töne, sondern pure Emotionen entringt, wie Frage und Selbstbekenntnis, Sinnsuche und Schmerzensschrei. Miles Davis ist tot, lang lebe Bumi Fian!
Was das Quartett mit Clemens Salesny (Sax), Thomas Froschauer (dr) und Bernhard Osanna (bass) spielte, wurde vom jungen Tenorsaxophonist Clemens Salesny komponiert.
So wie sie vom “enfant terrible” Bumi Fian mit überlegener Solo-Architektur vorgetragen wurden, entwickelten die Themen eine unwiderstehliche Suggestivkraft. Bumi Fian verstand es, die Stimmung zu heben und den emotionalen Rahmen für die vier anderen Solisten abzustecken.
Bumi Fian, auch Wiener Miles Davis genannt, “is strong like a bull” und trägt so einen voluminösen, kraftstrotzenden Sound vor, dass man schon von einem Superlativ der sportiven Instrumentalenergie sprechen könnte.
Man muss ihn einfach gesehen haben, diesen Wiener Miles, schweißgebadet und mit einer humorlosen Ausdrucksstrenge in seinem ledernen Gesicht. Mitreißend und kompromisslos zelebrierte er fast seine Trompetenstöße, dass sogar dem musiküberfütterten Kritiker die Gänsehaut kam.
“Jazz is a sexual thing”! Was dazu die Rhythmusgruppe und das Saxofon Salesny’s geboten hat, war eine Klangfülle voll Überraschungen.
Das Pizzicato des Bassisten Bernhard Osanna hatte mehr als nur eine rhythmische Aufgabe und hetzte Thomas Froschauer mehrmals zu einem wackeren Drum-Solo auf.
(Voglhuber, NÖN, Mai 2001)

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